Dissoziationsreagenzien
Dissoziationsreagenzien werden verwendet, um Zellen von Oberflächensubstraten und von anderen Zellen zu lösen. Wählen Sie je nach Bedarf aus Dissoziationsreagenzien in verschiedenen Formen – flüssig, fest oder gefroren –, für unterschiedliche Zelltypen sowie mit oder ohne Zusatzstoffe.
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FAQ
Ein Dissoziationsreagenz ist eine chemische Substanz, die verwendet wird, um komplexe biologische Strukturen in ihre einzelnen Bestandteile zu zerlegen oder zu trennen. Diese Reagenzien werden häufig in verschiedenen Laborverfahren eingesetzt, um Zellen, Gewebe oder molekulare Komplexe zu dissoziieren. Hier sind einige Beispiele und ihre Anwendungen:
Zelldissoziation
- Trypsin: Ein Enzym, das verwendet wird, um adhärente Zellen von Kulturflächen und voneinander zu dissoziieren, indem es Proteine abbaut
- Kollagenase: Ein Enzym, das Kollagen in Geweben abbaut und zur Isolierung von Zellen aus Gewebeproben verwendet wird
Dissoziation von Proteinkomplexen:
- Detergenzien (z. B. SDS, Triton X-100): Werden verwendet, um Proteinkomplexe durch Störung hydrophober Wechselwirkungen zu solubilisieren und zu dissoziieren
- Harnstoff oder Guanidinhydrochlorid: Starke Denaturierungsmittel, die zur Dissoziation von Protein-Protein
- Interaktionen durch Störung von Wasserstoffbrückenbindungen und hydrophoben Wechselwirkungen verwendet werden
Dissoziation von Nukleinsäuren:
- Formamid: Wird verwendet, um Nukleinsäuren durch Störung der Wasserstoffbrückenbindungen zwischen Basenpaaren zu denaturieren
- Alkalische Lösungen (z. B. NaOH): Werden verwendet, um DNA durch Aufbrechen der Wasserstoffbrückenbindungen zu denaturieren
Trypsin und EDTA werden häufig gemeinsam verwendet, um adhärente Zellen in der Zellkultur zu dissoziieren. So wirken die beiden Substanzen:
Trypsin ist ein proteolytisches Enzym, das Proteine abbaut. Es spaltet spezifisch Peptidbindungen auf der Carboxylseite der Aminosäuren Lysin und Arginin. Wird Trypsin auf eine Zellkultur aufgebracht, verdaut es die Proteine, die die Zell-Zell- und Zell-Matrix-Adhäsion vermitteln, wodurch sich die Zellen effektiv von der Kulturfläche und voneinander lösen.
EDTA (Ethylendiamintetraessigsäure) ist ein Chelatbildner, der zweiwertige Metallionen wie Calcium und Magnesium bindet. Diese Metallionen sind für die Funktion von Zelladhäsionsmolekülen (CAMs) wie Integrinen und Cadherinen essenziell. Durch die Chelatbildung dieser Ionen stört EDTA die Funktion der CAMs, schwächt die Zell-Zell- und Zell-Matrix-Interaktionen und erhöht die Wirksamkeit von Trypsin.
EDTA wird häufig zusammen mit Trypsin in einer Trypsin-EDTA-Lösung verwendet. EDTA schwächt zunächst die Zelladhäsion durch Bindung von Calcium- und Magnesiumionen, anschließend baut Trypsin die Adhäsionsproteine weiter ab und erleichtert so eine effiziente Zelldissoziation. Die gemeinsame Anwendung von Trypsin und EDTA gewährleistet eine effektive und schonende Dissoziation adhärenter Zellen, minimiert Zellschäden und erhält die Zellviabilität.
Berücksichtigen Sie bei der Auswahl von Dissoziationsreagenzien für die Zellkultur oder die Gewebedissoziation Folgendes:
Verschiedene Zelltypen und Gewebe weisen unterschiedliche Empfindlichkeiten und strukturelle Zusammensetzungen auf. Wählen Sie Reagenzien, die für den jeweiligen Zell- oder Gewebetyp geeignet sind, mit dem Sie arbeiten.
Stellen Sie sicher, dass der Dissoziationsprozess die Zellviabilität und Zellfunktion erhält. Manche Reagenzien können für bestimmte Zelltypen zu aggressiv sein und deren späteres Wachstum oder Verhalten beeinträchtigen.
Bewerten Sie die Wirksamkeit des Reagenzes bei der Dissoziation der Zellen innerhalb eines angemessenen Zeitraums. Eine ineffiziente Dissoziation kann zu einer verlängerten Exposition führen und die Zellen möglicherweise schädigen.
Berücksichtigen Sie, wie sich das Dissoziationsreagenz auf nachfolgende Experimente oder Anwendungen auswirken könnte. Einige Reagenzien können Rückstände hinterlassen oder Zelloberflächenmarker verändern und dadurch nachgelagerte Prozesse wie Durchflusszytometrie, Zellsortierung oder molekularbiologische Analysen beeinflussen.
Bewerten Sie die Sicherheit und die Handhabung des Reagenzes. Einige Reagenzien können toxisch sein oder besondere Vorsichtsmaßnahmen bei der Handhabung erfordern. Stellen Sie sicher, dass geeignete Protokolle für eine sichere Verwendung vorhanden sind.